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Hach, Weihnachten in Paris …

3. Januar 2013
Es war vor gut einem Jahr, als eine Freundin und ich herausfanden, dass man manche Städte mit einem einzige Satz charakterisieren kann.

Ich: „Bin heute in Paris beinahe über eine Austernschale gestolpert.“
Sie: „Bin heute auf der Reeperbahn beinahe auf einem Kondom ausgerutscht.“ 

Et voilà.


Dieses Jahr habe ich zu Weihnachten also aufgepasst und die Füße gehoben. Zum Jahresende fliegen hier nämlich die Austern verdammt tief. Sie verursachen geradezu Staus, aber auf jeden Fall Fußgängeraufläufe. Zu Weihnachten und am Silvestertag sind sie Tradition. Eben so, wie man früher in Österreich am 24. Dezember Karpfen gegessen hat, sodass dann die gesamte Christmette nach Fisch stank.
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Richtigstellung einer infamen Unterstellung

31. Dezember 2012
Der Gatte scharrt schon vor dem Kühlschrank und will endlich die erste Flasche Champagner öffnen, man hat ja schließlich nicht die ganze Nacht Zeit. Aber das hier muss jetzt noch richtiggestellt werden, sonst beginnt 2013 mit einer Riesenlüge.

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Das wunderbarste Geschäft von Paris

28. Dezember 2012

Weihnachten ist die Zeit, wo man endlich dazu kommt, Dinge zu tun, für die man sich sonst nie die Zeit nimmt. Den halbmeterhohen Stapel an Magazinen abarbeiten, Amazon-Kartons entsorgen, das Ducasse-Kochbuch einmal durchblättern, bloggen (räusper), oder die Küchenausstattung endlich vervollständigen, denn wer kann schon ohne Nudelwalker anständig kochen?

Es mussten noch andere essenzielle Gerätschaften her: eine rechteckige Tortenform ohne Boden, die man von Cheesecake bis weißer Nougat größenverstellen kann, ein Thermometer, das die aktuelle Temperatur nicht erst dann anzeigt, wenn der Karamell schon längst verbrannt ist, ein Kugerlausstecher in Perlgröße – wie gesagt, lauter essenzielle Sachen.Und weil Weihnachten war, gönnten der Gatte und ich uns einen Besuch im wunderbarsten Geschäft von Paris. Dehillerin.

Sollen andere von mir aus zu Chanel, Gucci oder Colette pilgern, wenn sie nach Paris kommen. Langweilig. Chanel und Gucci gibt’s heutzutage schon auf jeder besseren Dorfhauptstraße, und zu Colette gehe ich nur noch, um über die Outfits der Verkäufer dort zu lachen.

Dehillerin jedoch gibt es sonst nirgends. Man tritt durch die Tür und kommt sich vor wie um Jahrzehnte in die Vergangenheit versetzt. Eigentlich müsste auf allen Regalen eine leichte Staubschicht liegen, und irgendwo Schneewittchen in seinem Glassarg. Es würde jedenfalls nicht überraschen.
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Von krüschen korsischen Katzen und lesenswert leckeren Linsengerichten

7. November 2012

Zu früh gefreut, ich habe den Kochlöffel nicht an den Nagel gehängt. Es gab nur ein bisschen zu viel von diesem Dings … wie heißt das noch … Arbeit. Und dann haben wir uns noch drei Wochen Urlaub gegönnt. Hier:

Kleiner Tipp: Wir haben Frankreich nicht verlassen und waren doch auf einer Insel. Wo wir uns drei Wochen lang von Charcuterie und korsischem Käse ernährt haben.

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Schatz, komm essen, die Suppe wird warm!

13. September 2012
Was ich am Kochen noch immer nicht ganz verstehe: Die Menschheit kocht seit – grob geschätzt – tausend Jahren. Und trotzdem findet man, wenn man nach dem besten Rezept für Sauce Bolognese sucht, ungefähr fünf verschiedene „beste“ Rezepte. Für Chili findet man vermutlich nicht weniger als fünfzig – die selbstverständlich alle to-tal authentisch sind. Und auf wie viele Arten man ein Huhn nun aber wirklich braten sollte, darüber haben wir ja schon gesprochen. Weiterlesen …

Kleines Fundstück für zwischendurch

17. August 2012

Hat David Lebovitz gerade auf Facebook gepostet. Ich hatte bereits beim ersten Bild mehrere Aha-Erlebnisse. Für schnelle (= dringende) Konsultationen könnte dies hier meinem bisherigen Lebensretter durchaus Konkurrenz machen.

Für eine druckbare Version (auf der auch die hier abgeschnittenen Ränder zu sehen sind), klicken Sie hier.

Zu mehr reicht es heute leider nicht. Es hat gerade 31 Grad (UPDATE: 34 GRAD!) – und ich werde jetzt das tun, was jeder vernünftige Mensch bei diesem Wetter tun würde: eine Sachertorte für Faule backen.

Fehler x Fehler = gelungen!

6. August 2012
Da sind wir gestern also wieder einmal bei Pariser Freunden eingeladen. Es ist ein spontanes kleines Essen en famille, weil sie ihren Urlaub nur kurz für einen Zwischenstopp in Paris unterbrochen haben. Mein erster Gedanke: Ha! Legeres Essen, nix mit „3 Gänge, Käse und Dessert“, ich habe endlich wieder Abnehmer für den nächsten Nougat-Versuch!

Wir erinnern uns: Da hatten Internist und Zahnarzt ein wenig interveniert. Auch wenn ich mittlerweile der festen Überzeugung bin, dass weißer Nougat überhaupt erst von der internationalen Zahnärztevereinigung erschaffen wurde. Kurz nachdem sie ihre Kundenzahlen mit der Erfindung von Caramels bereits verdoppelt hatten.

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Die große Küchenblockade von 2012

4. August 2012
Ich komme nicht mehr in unsere Küche. Da ist ständig jemand.Der Plan ja war eigentlich, jetzt endlich wieder ordentlich Gas zu geben. Bildlich gesprochen, wir haben ja einen Gasherd. (Aua.) Die Liste meiner „Muss ich einmal ausprobieren“-Rezepte wird immer länger, mittlerweile trage ich die Gerichte sogar schon im Kalender ein, damit ich sie nicht aus den Augen verliere. Auch die Motivation war wieder da, trotz der kleineren Fehlschläge der letzten Zeit. (Danke der Nachfrage, die Brandblasen sind alle verheilt, und es riecht in der Küche auch nicht mehr nach Rauch.)Das Letzte, woran ich mich jedoch erinnern kann, waren seine Worte: „Die Hummersaison hat begonnen!“ Und ab da hatte ich dann wieder sehr viel Zeit fürs Heimwerken.

 

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Über kleinem Feuer …

18. Juli 2012

Heute gelernt:

Wenn Yotam Ottolenghi Ihnen sagt, sie sollen die Aubergine auf einem Stück Alufolie unter den Grill legen, dann

a) halten Sie sich dran.

b) verwenden Sie nicht, aus welchem umnachteten Grund auch immer, Backpapier,
ba) achten Sie wenigstens darauf, dass dieses Backpapier beim Auberginen-Wenden nicht an die Grillstäbe gerät,
bb) haben Sie immer mindestens einen nassen Fetzen zur Hand, mit dem Sie die Flammen ausschlagen können und
bc) vergeben Sie Ihrem Mann, wenn er in den Kokelgeruch hinein sagt: „Und? Hast du alles fotografiert?“

Immerhin ist die Aubergine jetzt wohl durch.

Die Elemente sind gegen mich. (Aber sie können mich alle.)

16. Juli 2012
Eigentlich wollte ich Ihnen erzählen, wieso hier so lange Funkstille war. Wieso es so grandios ist, sich wieder mehr vom Gatten bekochen zu lassen (Wachtelbrüstchen – ich kann Ihnen sagen …), anstatt sich selbst die Nerven zu ruinieren mit einem der Rezepte, die seit langem auf einer ebenso langen Kochliste stehen.

Die Rezepte sind einfach, aber meine Nerven sind kurz.

Ich wollte Ihnen erzählen, dass ich lediglich weiter am Brotbacken bin, und wieso das in einer Stadt wie Paris kein Bobo-Vergnügen ist für Menschen mit zu viel Tagesfreizeit und zu wenigen Herausforderungen im Leben. Sondern wieso man das hier lernen muss, wenn man für anständiges Brot nicht jedes Mal mindestens ein komplettes Arrondissement durchqueren will – was ja auch wieder nur Menschen mit zu viel Tagesfreizeit können.

Ich wollte also das zuletzt gebackene Brot fotografieren. Das hier.

Wo ich grad dabei war, wollte ich mir gleich eine Scheibe abschneiden. Worauf das hier passierte:

Jetzt schmolle ich. Dieses Brot war nämlich wirklich nicht so hart!

Bis auf weiteres koche ich hiermit weiterhin nur noch für jene, die auch wirklich zu schätzen wissen, was ich ihnen vorsetze. Für die hier: