Eine kleine Zeitreise in die Sechziger Jahre …
Gleich vorab die Bitte um Entschuldigung, weil es hier so ruhig ist. Dummerweise muss ich etwas arbeiten (bitte die erste Silbe völlig übertrieben betonen und dabei die Handfläche theatralisch zur Stirn führen).
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Unlängst gekocht, Vol. I
Weil ich manchen hier zu viel schreibe, ab sofort in unregelmäßigen Abständen eine möglichst kurze Stundenwiederholung dessen, was in den vergangenen Tagen so in unserer Küche geschehen ist.
Eigentlich wollte ich mir ja nicht mehr so leicht etwas einreden lassen. Nicht gleich auf jedes “Das leckerste Chili/Hühnchen/Zementpulver der Welt” reinfallen.
Tja. Eigentlich.
Doch dann haben wir uns den Film Die Köchin und der Präsident angesehen.
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Und es begab sich, dass ein nicht mehr ganz junges Mädchen eines Tages wieder einmal vor dem Fernseher saß und sich seine Lieblingssendung ansah: “Le meilleur pâtissier”. Daheim, bei ihr zuhause, hätte man die Sendung wahrscheinlich “Deutschland sucht den Super-Konditor” genannt.
Jedenfalls blickte das etwas überreife Mädchen wochenlang mit nicht enden wollender Faszination auf all die wunderbaren Dinge, die dort vor seinen Augen fabriziert wurden: mit wunderbaren Crèmes gefüllte Windbeutel, elaborierte Torten, deliziöse Eclairs, herrliche Mousse, … Es wurde gerührt, gebacken und karamellisiert, dass es eine Freude war.
Hach, Weihnachten in Paris …
Ich: “Bin heute in Paris beinahe über eine Austernschale gestolpert.”
Sie: “Bin heute auf der Reeperbahn beinahe auf einem Kondom ausgerutscht.”
Et voilà.
Dieses Jahr habe ich zu Weihnachten also aufgepasst und die Füße gehoben. Zum Jahresende fliegen hier nämlich die Austern verdammt tief. Sie verursachen geradezu Staus, aber auf jeden Fall Fußgängeraufläufe. Zu Weihnachten und am Silvestertag sind sie Tradition. Eben so, wie man früher in Österreich am 24. Dezember Karpfen gegessen hat, sodass dann die gesamte Christmette nach Fisch stank.
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Richtigstellung einer infamen Unterstellung
Das wunderbarste Geschäft von Paris
Weihnachten ist die Zeit, wo man endlich dazu kommt, Dinge zu tun, für die man sich sonst nie die Zeit nimmt. Den halbmeterhohen Stapel an Magazinen abarbeiten, Amazon-Kartons entsorgen, das Ducasse-Kochbuch einmal durchblättern, bloggen (räusper), oder die Küchenausstattung endlich vervollständigen, denn wer kann schon ohne Nudelwalker anständig kochen?
Es mussten noch andere essenzielle Gerätschaften her: eine rechteckige Tortenform ohne Boden, die man von Cheesecake bis weißer Nougat größenverstellen kann, ein Thermometer, das die aktuelle Temperatur nicht erst dann anzeigt, wenn der Karamell schon längst verbrannt ist, ein Kugerlausstecher in Perlgröße – wie gesagt, lauter essenzielle Sachen.Und weil Weihnachten war, gönnten der Gatte und ich uns einen Besuch im wunderbarsten Geschäft von Paris. Dehillerin.
Sollen andere von mir aus zu Chanel, Gucci oder Colette pilgern, wenn sie nach Paris kommen. Langweilig. Chanel und Gucci gibt’s heutzutage schon auf jeder besseren Dorfhauptstraße, und zu Colette gehe ich nur noch, um über die Outfits der Verkäufer dort zu lachen.
Dehillerin jedoch gibt es sonst nirgends. Man tritt durch die Tür und kommt sich vor wie um Jahrzehnte in die Vergangenheit versetzt. Eigentlich müsste auf allen Regalen eine leichte Staubschicht liegen, und irgendwo Schneewittchen in seinem Glassarg. Es würde jedenfalls nicht überraschen.
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